Ausbildung
Das Goldschmieden ist einer der vielfältigsten Handwerksberufe. Es braucht sehr unterschiedliche technische Fähigkeiten und den Willen zur Gestaltung, um ein schönes, handwerklich gelungenes Schmuckstück an die Frau oder den Mann zu bringen. Kein anderer Beruf ist weniger entfremdet; vom Legieren des Goldes bis zum fertigen Ergebnis liegt alles in einer Hand.
Die harten Fakten:
- Aufgrund seiner vielfältigen Techniken dauert die Ausbildung 3½ Jahre.
- Das Ausbildungsentgelt liegt im 1. Ausbildungsjahr bei 215.- Euro, im 4. bei 360.- Euro. Der Besuch der Berufsschule ist obligatorisch.
- Es gibt keinen Rahmentarif, also auch keine tariflich geregelten Arbeitszeiten, normal ist eine 40 Stundenwoche, letztendlich gelten betriebliche Vereinbarungen.
Die weichen Fakten:
- In Bonn und Umgebung legen in jedem Jahr 3-4 Goldschmiede eine Gesellenprüfung ab, entsprechend viele Stellen werden in aller Regel neu besetzt. Darauf bewerben sich eine Menge Kandidaten. Ein Teil davon gibt auf. Zeichnen sollte man können, einen Hang zu feinmotorischen Bewegungen haben und eine ästhetische Vorstellung. Die Frage „wovon” ist ein Ausschlussgrund.
- Wer sagt, ”ich will, ich will, ich will”, wird sicher eine Lehrstelle finden. Es gibt auch die Möglichkeit, an einer Staatlichen Schule eine Ausbildung zu absolvieren; danach ist man im Gestalten relativ fit, handwerklich sind die Schulen meiner Erfahrung nach eher unzulänglich und praxisfern.
- Zur Zeit ist es als Goldschmiedealleinverdiener schwierig bis unmöglich eine Familie zu ernähren. Es gibt mehr Ausbildungsstellen als Arbeitsplätze danach. Das heißt, die Lehre ist nur der Anfang.
- Wer noch Fragen hat, fragt den nächsten Goldschmied oder wendet sich an die Innung.